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Kreditkartenbetrug im Internet

Artikel wurde 1 Mal aktualisiert

Letztes Update 22. Mai 2024

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Tagtäglich lesen wir vom Kreditkartenbetrug im Internet. Doch wie sicher ist Ihre eigene Kreditkarte? Selbst wenn sie wohlbehalten in der Brieftasche steckt, könnte es sein, dass Ihre Daten gestohlen wurden. Eine manipulierte E-Mail oder gefälschte Internetseite reicht aus, um einem Internetbetrüger auf den Leim zu gehen. Wir schauen uns die Methoden der Betrüger genauer an und sagen Ihnen, was Sie bei Kreditkartenbetrug im Internet unternehmen können.

Was Sie wissen müssen

  • Kreditkartensicherheit fängt schon am PC an, wenn Sie die Karte zum Beispiel beim online Shopping nutzen.
  • Stellen Sie deswegen sicher, dass Sie eine aktuelle Anti-Viren Software nutzen.
  • Zudem sollten Sie keine Emails von unbekannten Absendern öffnen. So schützen Sie sich vor Phishing.
  • Wurde Ihre Karte gesperrt müssen Sie gewöhnlich nur bis zu einem Schaden von 150 Euro selbst aufkommen.
  • Einzig, wenn Ihnen fahrlässiges Handeln nachgewiesen werden kann, müssen Sie für den gesamten Betrag aufkommen.

Wie Sie vorgehen können

  • Prüfen Sie regelmäßig Ihre Kreditkarteabrechnungen, damit Ihnen Auffälligkeiten frühzeitig auffallen.
  • Sollten Ihnen unbekannte Abbuchungen auffallen, sperren Sie umgehend die Karte.
  • Anschließend melden Sie den Betrugsfall Ihrer Bank.

Was tun bei Kreditkartenbetrug im Internet?

Sobald Sie auf Ihrer Kreditkartenabrechnung eine auffällige Position entdecken oder Ihre Karte plötzlich keine ausreichende Deckung mehr aufweist, sollten Sie diese sperren lassen. Es könnte sein, dass Sie Opfer von Kreditkartenbetrug im Internet geworden sind. Am einfachen und schnellsten geht das Sperren über die zentrale Sperrhotline 116 116. Einfach anrufen, Anbieter nennen und die Mitarbeiter verbinden Sie mit der richtigen Stelle Ihrer Bank, wo Sie die Karte bei Kreditkartenmissbrauch schließlich sperren lassen können.

Lestipp: Immer wieder werden unseriöse Zahlungsaufforderungen an Unternehmen gesendet. Diese sehen wie Schreiben von Behörden aus, sind aber in Wahrheit nicht offiziell. Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel zu Irreführenden Zahlunsaufforderungen.

Es passiert übrigens im Betrugsfall eher selten, dass die Betrüger gleich Ihren gesamten Kreditrahmen leerräumen. In den meisten Fällen werden mehrere unauffällige Abbuchungen getätigt, die erst auf den zweiten Blick zu sehen sind. Daher gilt, wenn Sie auf Ihrer Abrechnung Waren bestellt, diese aber nicht erhalten haben, steckt wahrscheinlich ein Betrüger dahinter. Auch aufpassen sollten Sie bei auffälligen Abbuchungen im Cent-Bereich. Hier testen die Betrüger oft erstmal, ob ihre gestohlenen Kartendaten funktionieren.

Sobald die Karte vom Kreditkartenunternehmen gesperrt ist, müssen Sie bzw. der Karteninhaber für den entstandenen Schaden nur noch bis maximal 150 Euro haften. Den Rest muss Ihre Bank übernehmen, solange sie Ihnen kein fahrlässiges Handeln, wie zum Beispiel das Notieren von Zugangsdaten auf der Karte, nachweisen können.

Übrigens muss Ihnen Bank Ihre eine kostenlose Ersatzkarte ausstellen, wenn eine Entsperrung der vorherigen durch Verlust oder Diebstahl nicht mehr möglich ist. Diese Leistung ergibt sich aus § 675f Abs. 4 Satz 2 BGB, der besagt, dass Banken zur Erfüllung von Nebenpflichten kein Entgelt verlangen dürfen. Selbst wenn vertraglich eine Gebühr vereinbart ist, müssen Sie diese, laut Urteil des Bundesgerichtshof vom 20.10.2015 (Aktenzeichen XI ZR 166/14), nicht bezahlen und können eine kostenlose Ersatzkarte verlangen.

Eine kostenlose Kreditkarte mit speziellen Sicherheitsverfahren bekommt man übrigens in unserem Kreditkarten Vergleich. Zum Beispiel die VISA Karte der DKB mit „Verified“ Schutz.
Zum Kreditkarten Vergleich

Wie kann ich Kreditkartenbetrug vorbeugen?

Da Kreditkarten im Internet von Hause aus kein besonders sicheres Zahlungsmittel sind und meist schon die Kreditkartennummer mit dem Namen des Inhabers ausreicht, um eine Zahlung zu tätigen, ist der beste Schutz vor Kreditkartenbetrug im Internet vor allem ein ausgeprägtes Bewusstsein für Computersicherheit. Im Folgenden stellen wir Ihnen ein paar einfache Maßnahmen vor, mit denen Sie sich vor Betrügern und Kreditkartenmissbrauch schützen können.

Installieren Sie eine Sicherheitssoftware!
Egal ob auf dem PC, Tablet oder Smartphone. Ein Virenscanner ist immer Pflicht, um verdächtige Programme und Aktivitäten frühzeitig aufzuspüren.

Halten Sie Ihre Software aktuell!
Viele Betrüger nutzen Sicherheitslücken in Betriebssystemen oder Internetbrowsern aus, um an Ihre Daten zu kommen. Regelmäßige Updates reduzieren dieses Risiko erheblich.

Gehen Sie nicht auf verlockende Werbung ein!
Oft sind besonders vielversprechende Werbebanner eine Betrugsmasche und mit Schadsoftware infiziert, die sich bei einem Klick unbemerkt installiert und Ihre Daten ausspähen kann.

Öffnen Sie keine E-Mails von unbekannten Absendern!
Schon allein das Öffnen kann, durch das Laden von manipulierten Bildern oder HTML (Also dem Code hinter der Email), einen versteckten Schadcode aktivieren und Ihr System befallen. Daher immer gleich löschen!

Achten Sie bei der Dateneingabe auf verschlüsselte Verbindungen!
Anhand eines Schlosssymbols innerhalb der Adresszeile oder dem typischen „https://“ können Sie sichergehen, dass Ihr Datenverkehr nicht von außen abgefangen werden kann.

Methoden der Kreditkartenbetrüger

Ähnlich wie bei den Sicherheitsproblemen der mobilen Kartenzahlung, müssen die Betrüger auch im Internet nicht an die Karte selbst gelangen, um damit Abbuchungen vornehmen zu können. Je nach Bank reicht es vollkommen aus, die wichtigsten Schlüsseldaten, wie Kreditkartennummer, Inhaber, Ablaufdatum oder die 3-D Secure-Passwörter abzuphishen, also irgendwie auzuspähen. Phishing, eine Wortschöpfung aus „Passwort“ und „Fischen“, ist dabei kein Schreibfehler, sondern die beliebteste Betrugsmasche, um an Ihre Daten zu kommen.

Das Ganze funktioniert recht einfach. Per Mail oder Werbebanner schicken Ihnen die Internetbetrüger eine – oft sogar personalisierte – Nachricht. Haben Sie zum Beispiel eine Kreditkarte der Santander Bank kann es eine E-Mail über ein ablaufendes Konto bei der Santander Bank sein und Karteninhaber werden aufgefordert sich über einen angegebenen Link einzuloggen, um die Schließung zu verhindern. Klingt auf den ersten Blick plausibel und nicht sonderlich verdächtig. Außerdem sehen Text und Aufmachung der E-Mail dem Original meist sehr ähnlich. Der weiterführende Link kann sogar als gesicherte Verbindungen mit scheinbar korrekter Zieladresse verschleiert sein.

Klicken Sie dann auf den Link, hängen Sie am Haken und die Betrüger müssen den Fang nur noch einholen. Wenn Sie Pech haben, dann lädt sich im Hintergrund bereits eine Spionagesoftware auf Ihren Rechner, ansonsten gelangen Sie meist auf eine Webseite, die Ihrem eigentlichen Online-Banking so ähnlich sieht, dass Sie den Unterschied nicht sofort bemerken. Allerdings müssen Sie hier in der Regel nun, statt Ihrer Zugangsdaten, Ihre Kreditkarteninformationen zum Einloggen nutzen. Stopp!

Bei genauerem Hinsehen und kritischem Hinterfragen kann man die Tricks der Betrüger von vornherein durchschauen. Kennen Sie den Absender der E-Mail und macht sie überhaupt Sinn? Werden Sie persönlich angesprochen oder ist es eine allgemein gehaltene Nachricht? Warum fragt man Sie überhaupt nach Ihren Daten? Das würde kein seriöser Anbieter je machen. Und wenn wirklich mal etwas mit einem der Konten sein sollte, dann loggen Sie sich zum Nachschauen lieber direkt auf der Webseite des Anbieter ein, als auf einen Link in einer E-Mail zu klicken.

Aktuelle Entwicklungen zum Kreditkartenbetrug

Wie es derzeit im Bereich des Internetbetrugs aussieht, lässt sich anhand unterschiedliche Statistiken ablesen. Beim Internet Crime Complaint Center (IC3) des FBI gingen im Jahr 2020 241.342 Phishing-Beschwerden ein, mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2019 (114.707). Fast ein Drittel des Spams wird dabei aus den USA, Vietnam und Indien verschickt.

Was speziell die Phishing-Attacken angeht, liefert Kaspersky eine detaillierte Aufschlüsselung darüber, welche Branchen am meisten von der niederträchtigen Nachmache betroffen sind. Hier zeigt sich, dass mit 25,43% aller Phishing-Versuche bei Banken besonders der Finanzsektor durch Betrugsfälle getroffen wird, um an begehrte Konto- und Kreditkartendaten zu gelangen.

Fazit

Köder hängen im Internet einige. Ob als Werbebanner getarnt oder in der E-Mail versteckt, können Sie sich vor Kreditkartenbetrug im Internet am besten mit einem bewussten Surf-Verhalten und aktueller Sicherheitssoftware schützen. Sollte es dann doch einmal passieren, lassen Sie die Kreditkarte über die Notfallnummer 116 116 so schnell wie möglich sperren. Nur so können Sie sichergehen, dass der Ihnen entstandene Schaden durch das Kreditkartenunternehmen ersetzt wird.

Wenn Sie noch mehr zum Thema Betrug bei Finanzprodukten im Internet wissen möchten, dann empfehlen wir Ihnen die Artikel auf anleger-betrug.de. Wer sich außerdem weiter über die unterschiedlichen Sicherheitsverfahren der Banken informieren möchte, kann dies mithilfe dieser Artikeln zu mTAN und iTAN sowie HBCI und chipTAN tun. Genau die richtige Kreditkarte für die eigenen Bedürfnisse findet man hier.

Vielen Dank an geralt für das Titelbild (geralt/www.pixabay.de)

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